Stücke

Extrawurst

Von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob
Regie: Thomas Weber-Schallauer

10.09.2020 - 18.10.2020

Extrawurst
Eigentlich ist es nur eine Formsache: Die Mitgliederver­samm­lung eines Tennis­clubs in der deutschen Provinz soll über die Anschaf­fung eines neuen Grills für die Vereins­feiern abstim­men. Normaler­weise kein Problem –
gäbe es nicht den Vorschlag, auch einen eigenen Grill für das einzige türkische Mitglied des Clubs zu finanzieren. Denn gläubige Muslime dürfen ihre Grill­würste bekan­ntlich nicht auf einen Rost mit
Schweine­fleisch legen. Eine gut gemeinte Idee, die aber immense Diskus­sio­nen auslöst und den eigentlich friedlichen Verein vor eine Zerreißprobe stellt. Wie viele Rechte muss eine Mehrheit einer Minder­heit einräu­men? Muss man Religio­nen tolerieren, auch wenn man sie ablehnt? Gibt es auch am Grill eine deutsche Leitkul­tur? Und sind Vegetarier eigentlich auch eine Glaubens­ge­mein­schaft? Immer tiefer schraubt sich der schein­bar belan­glose Konflikt um den Grill in die Beziehun­gen der Mitglieder. Ebenso respek­t­los wie komisch stoßen Atheis­ten und Gläubige, Deutsche und Türken, „Gutmen­schen“ und Hardliner frontal aufeinan­der. Und allen wird klar: Es geht um mehr als einen Grill… Es geht darum, wie wir zusam­men­leben. Zumal die Grenzen zwischen „rechts und links“, „toler­ant und intol­er­ant“, „religiös und ungläu­big“ viel fließen­der sind als man denkt. Die Zuschauer sind als Vereins­mit­glieder direk­ter Teil des Geschehens und erleben mit, wie sich eine Gesellschaft komplett zerlegen kann. Und das in einem schnellen, hochpointierten und sehr aktuellen Stück.
EXTRAWURST von Dietmar Jacobs und Moritz Neten­jakob ist auch als eBook erschienen. Über die Website www.textbuehne.eu können Sie das Theater­stück in diversen Online-​Shops bestellen

ALLES WAS SIE WOLLEN

von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patelliére
Regie: Herbert Hermann

22.10.2020 - 29.11.2020

ALLES WAS SIE WOLLEN
Lucie ist 35 und bereits eine sehr erfol­gre­iche Autorin, doch nun hat sie eine Schreib­block­ade. Bisher lieferte ihr missglück­tes Privatleben den Stoff für ihre Stücke. Jetzt ist sie glück­lich verheiratet und jegliche Inspi­ra­tion zum Schreiben fehlt; das Papier bleibt kläglich weiß. Wenn irgend­je­mand sie doch nur ein bisschen unglück­lich machen könnte …
Das Leben meint es gut mit ihr. Eine defekte Badewanne führt zu einer Begeg­nung mit Thomas, ihrem Nachbarn aus der unteren Wohnung. Beide könnten unter­schiedlicher nicht sein. Sie rastlos, selbst­be­zo­gen; er in sich ruhend, ein bisschen schwer­fäl­lig und durch den Tod seiner Frau allein­erziehend mit zwei Kindern. Thomas versucht, Lucie aus ihrer Lethargie zu holen. Er schlägt vor, ihren Mann Daniel anzulü­gen, um durch eine private Krise ihre Kreativ­ität wiederzubeleben. Ihr nächstes Stück ist schließlich bereits angekündigt und im Vorverkauf. Die Zeit drängt. Sie lässt sich darauf ein, doch bald verselb­st­ständigt sich die Fiktion.
Alles was Sie wollen von Matthieu Delaporte und Alexan­dre de la Patel­lière nimmt die Vorstel­lungskraft der Haupt­figur zum Anlass um virtuos mit Illusion und Wirklichkeit zu spielen. Das Theater im Theater zeigt vielle­icht am besten, dass sich die Wahrheit, wenn es eine gibt, im Herzen dieser Illusion versteckt.

Wir sind keine Engel

Komödie von Albert Husson
Regie:

03.12.2020 - 10.01.2021

Wir sind keine Engel

Heili­ga­bend in Cayenne im fernen Französisch-​Guayana: Felix, Amelie und Tochter Isabelle Ducotel sind eine liebenswerte Familie – rücksichtsvoll und überzeugt, dass ihre christlichen Werte das Funda­ment des Zusammen-​lebens bilden sollten. Doch mit dieser Haltung stehen sie alleine da. Nachdem sie mit ihrem Waren­haus im heimis­chen Le Havre Bankrott gegan­gen sind, versuchen sie nun ihr Glück mit einem Geschäft im tropis­chen Cayenne. Als sich Vetter Juste ankündigt, um ausgerech­net am Weihnachts­fest die Geschäfts­bücher zu prüfen, fürchten sie das Schlimm­ste. Mit dem Umzug nach Cayenne hat sich ihre Geschäft­stüchtigkeit nämlich nicht gebessert. Doch Hilfe naht – von oben! Denn auf dem Dach ihres Hauses werkeln drei Sträflinge aus der nahe gelege­nen Strafkolonie. Die drei sind wahrlich keine Engel! Aber sie haben Herz und treten an, die Familie Ducotel zu retten – mit ihren eigenen, durchaus unkon­ven­tionellen Metho­den. 1951 war Hussons Weihnachtsstück ein inter­na­tionaler Erfolg. 1955 folgte die bis heute beliebte Verfil­mung mit Humphrey Bogart, Peter Ustinov und Gloria Talbott.