Stücke

DAS PERFEKTE GEHEIMNIS

ein Stück von Paolo Genovese
Regie: Frank Lorenz Engel

08.12.2022 - 15.01.2023

DAS PERFEKTE GEHEIMNIS

Drei Frauen. Vier Männer. Sieben Telefone. Und die Frage: Wie gut kennen sich diese Freunde und Paare wirklich? Als sie bei einem Abendessen über Ehrlichkeit disku­tieren, entschließen sie sich zu einem Spiel: Alle legen ihre Smart­phones auf den Tisch, und alles, was reinkommt, wird geteilt. Nachrichten werden vorge­le­sen, Telefonate laut mitge­hört, jede noch so kleine WhatsApp wird gezeigt. Was als harmloser Spaß beginnt, artet bald zu einem emotionalen Durcheinan­der aus – voller überraschen­der Wendun­gen und delikater Offen­barun­gen. Denn in dem schein­bar perfek­ten Freun­deskreis gibt es mehr Geheimnisse und Lebenslü­gen, als zu Beginn des Spiels zu erwarten waren. „Die Idee war es, dieses geheime Leben zu skizzieren, das wir nicht offen­baren können“, erklärte Drehbuchau­tor Genovese, der auch die Theat­er­adap­tion verfasst hat, kurz nach der Pressevor­führung des gleich­nami­gen Films in Rom. „Bis vor 20 Jahren wurden unsere Geheimnisse in uns aufbe­wahrt, heute sind sie in unseren Mobil­tele­fo­nen vergraben, die ein wenig zu unseren Black­boxen gewor­den sind.“

DER MENSCHENFEIND (LE MISANTHROPE)

Komödie in 5 Akten von Jean-Baptiste Molière
Regie: Heinz Kreidl

19.01.2023 - 26.02.2023

DER MENSCHENFEIND (LE MISANTHROPE)

Bearbeitet von Horst Jüssen

Der Menschen­feind“ gehört zu den Stücken, die über die Jahrhun­derte hinweg zu uns sprechen können. Die Figuren sind unsere Zeitgenossen. Alceste, der sich in seinem Männer­stolz die Geliebte nur als Abhängige vorstellen kann; derselbe scharf­sin­nige und unerbit­tliche Gesellschaft­skri­tiker Alceste, der dem frivolen Spiel Célimènes gegenüber so hilflos ist, wie die Fliege im Honig­glas; die gut situierte, aber nicht mehr so ganz junge Witwe Célimèné, von einer Unzahl von Verehrern umschwärmt; Philinte, Alceste’s wohl einzig verbliebener Freund; Éliante, Célimènes jüngere Cousine, die den Traum von der großen Liebe kennt, aber lieber der Vernunft vertraut; Oronte, der junge Schrift­steller, der sich, unsterblich in Célimèné verliebt, zum ernstzu[1]nehmenden Konkur­renten und jugendlichen Herausfor[1]derer Alceste’s entwick­elt. Molières „Menschen­feind“ ist ein Wunder an psycholo[1]gischer Klarsicht, an realis­tis­cher Gesellschaft­s­analyse, an komis­chen und tragikomis­chen Szenen, an glanzvollen Gesprächen und existen­tiellen Wortge­fechten. Bis heute ist diese staunenswerte Selbstzerfleischungs-​Wunde unseres großen Zeitgenossen Molière nicht vernarbt.

Nein zum Geld!

Komödie von Flavia Coste (Deutsch von Michael Raab)
Regie: René Heinersdorff

02.03.2023 - 09.04.2023

Nein zum Geld!

Richard spielt seit Jahren Lotto. Eines Abends bittet er seine Frau Claire, seine Mutter Rose und seinen besten Freund Etienne zu einem gemein­samen Abendessen – denn Richard hat im Lotto gewon­nen: 162 Millio­nen Euro! Doch die eigentliche Überraschung ist, dass er den Lotto­gewinn nicht abholen will. Er ist mit seinem Leben so zufrieden, dass er daran nichts ändern möchte. Natür­lich wissen alle, dass Geld allein nicht glück­lich macht und zu viel davon oft den Charak­ter verdirbt, aber muss man denn gleich soweit gehen und darauf freiwillig verzichten? Schließlich kann es doch auch sehr schön sein, reich zu sein. Also, wo ist der Lottoschein. Schließlich ist egal, wer ihn vorlegt. Richard will ihn vernichten und bald ist allen jedes Mittel recht, um an den „Glücks“- Schein zu gelan­gen. Eine Komödie über Geld, Gier und Glück.

DINGE, DIE ICH SICHER WEIß (THINGS I KNOW TO BE TRUE)

von Andrew Bovell Deutsch von Maria Harpner und Anatol Preissler
Regie: Anatol Preissler

13.04.2023 - 21.05.2023

DINGE, DIE ICH SICHER WEIß (THINGS I KNOW TO BE TRUE)

WANN FÄNGT DAS LEBEN AN? Diese Frage stellt sich Rosie, mit 18 das Nesthäkchen der Familie, nachdem sie die erste große Liebe gefun­den hat. Aber dass nichts im Leben so bleibt wie es ist oder kommt wie man denkt, das erfährt Rosie in den nächsten Wochen gemein­sam mit ihrer Familie. Jedes der vier erwach­se­nen Kinder hat seinen Rucksack an Proble­men, Wünschen und Sehnsüchten. Die Eltern, Bob und Fran, versuchen, die Dinge, die aus dem Ruder zu laufen scheinen, wieder hinzu­biegen. Dinge, die sich vielle­icht nicht hinbiegen lassen. Dinge, die ich sicher weiß – dazu macht sich Rosie eine Liste, um nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren. Aber auch die Eltern teilen Geheimnisse, wunder­bare wie überraschende. Ein gleicher­maßen erheit­ernd poetis­ches wie schmerzhaft ehrliches Stück, das die spannen­den Beziehun­gen inner­halb der Familie offen­legt. Schnell wird man Teil der Familie Price, die eine übergroße Liebe zusam­men­hält wie auseinan­der treibt. Doch es wäre kein Stück von Andrew Bovell, wenn es nicht den Bogen über die Komödie hinaus spannte hin zu einem Stück über den Sinn des Lebens. Eine poetis­che Studie über Bindung, Liebe, Verlust, Träume, über den Lauf der Dinge, versinnbildlicht im Garten der Familie. „Dinge, die ich sicher weiß“, sagt Rosie. „Ich weiß, dass der Sommer zum Herbst wird und der Herbst zum Winter. Und dass auf den Winter der Frühling folgt und nach dem Frühling wieder der Sommer kommt. Und es geht weiter. Das Leben. Es geht weiter.“