Zweifel

von John Patrik Shanley
Regie:

28.03.2019 - 05.05.2019

Ensem­ble: kein Ensem­ble gesetzt

Ausgeze­ich­net mit

Pulitzer Prize for Drama

Tony Award for Best Play

Schwester Aloysius leitet despo­tisch eine kirch­liche Schule, an der der sympa­this­che und beliebte Vater Flynn als Lehrer arbeitet. Mit seinen moder­nen Ansichten ist er der Schullei­t­erin ein Dorn im Auge. Als die junge und naïve Schwester James, die ebenfalls dort unter­richtet, ihr von Flynns freund­schaftlichem Umgang mit dem farbigen Schüler Donald Muller berichtet, ist ihr Misstrauen geweckt. Obwohl ihr Beweise fehlen, bezichtigt Schwester Aloysius Vater Flynn des Missbrauchs. Er streitet alles ab, sie sucht obses­siv nach Hinweisen. Zwischen beiden hin-​und hergeris­sen befindet sich die leicht zu verun­sich­ernde Schwester James, die nach und nach zum Spiel­ball in einem erbit­terten Kampf um die „Wahrheit“ wird. „Doubt“ (so der Originalti­tel) feierte im Jahr 2005 sensa­tionelle Erfolge am Broad­way. Das Stück erhielt neben zahllosen weiteren Ausze­ich­nun­gen den renom­mierten Pulitzer-​Preis und den Tony-​Award. Zweifel (Doubt) ist ein Stück von heute. Es ist ein Stück über Rassen­prob­lematik und Bildungsmis­ere, über Gleich­berech­ti­gung und den Kampf der Geschlechter. Es ist ein Stück über Homosex­u­al­ität und Homopho­bie. Über den Missbrauch Schutzbe­fohlener, über Misstrauen und blindes Vertrauen. Ganz sicher ein Stück über die Kirche und auch über die Welt nach dem 11.September. Die geradezu inquisi­torische Art und Weise, in der Schwester Aloysius ihren einmal geschöpften, äußerst vagen Verdacht verfolgt, ihn schließlich „bestätigt“ sieht und in Konse­quen­zen münden lässt, erinnert auch an den Verlust bürger­licher Freiheiten und rechtsstaatlicher Garantien im vorge­blichen Kampf gegen den Terror. In jedem Fall hat John Patrick Shanley mit seinen Fragen über den Umgang mit Verdacht, Schuld und Verurteilung ein intel­li­gentes und provokantes Stück vorgelegt.