DER DRESSIERTE MANN

Komödie von John von Düffel nach dem gleichnamigen Bestseller von Esther Vilar
Regie: Peter Kühn

30.05.2013 - 30.06.2013

Ausgerech­net an dem Abend, als Bastian sie mit einem selbst zubere­it­eten Fünf-​Sterne-​Candlelight-​Dinner und dem Verlobungsring daheim erwartet, wird es bei Helen später: Der Chef hat ihr den Job als Chief Execu­tive Officer angeboten, auf den Bastian selbst insge­heim spekuliert hatte. Statt Roman­tik gibt es nun eine handfeste Beziehungskrise, denn welcher Mann erträgt es schon, wenn die Partnerin auf der Karri­ereleiter an ihm vorbeizieht? Während Helen darum ringt, ihre eigenen Ambitio­nen, Bastians gekränk­ten Stolz und vielle­icht sogar noch einen vernün­fti­gen Kinder­wun­sch miteinan­der zu versöh­nen, treten ungebeten beide Mütter auf den Plan und tun das ihre dazu. Die Radikale­manze und die Zahnarzt­gat­tin in dritter Ehe stellen die beiden Pole dar, zwischen denen Weiblichkeit sich eine Gener­a­tion früher definierte. Gnaden­los pragma­tisch entwick­eln die beiden Mütter

gemein­sam mit Helen die weibliche Strate­gie fürs 21. Jahrhundert…

Blick zurück im Spiel: Esther Vilars Dressierter Mann war der Aufreger im emanzip­ierten Haushalt meiner Eltern. 25 Jahre später sind der Zorn, die Verbis­senheit und Bitterkeit Geschichte, aber Vilars Gedanken und Beobach­tun­gen über das Verhält­nis der Geschlechter haben nichts von ihrer Brisanz und Schärfe einge­büßt, nur dass man heute komödi­antisch damit spielen und sie weiter­spin­nen kann, wo früher Glauben­skriege tobten.“ (John von Düffel)