DAS SPIEL VON LIEBE UND ZUFALL

Komödie von Pierre Carlet de Marivaux
Regie: Heinz Kreidl

20.01.2022 - 27.02.2022

Ensem­ble: kein Ensem­ble gesetzt

Mit: Carolin Freund, Katarina Schmidt, Patrick Dollmann, Thomas Jansen,
Manfred Molitorisz, Thomas Zimmer

Silvia sträubt sich gegen die Heirat. Denn ein Mann mit gutem Charak­ter ist schwer zu finden. Männer haben zwei Gesichter, wobei sich die liebenswerte Miene oft als bloße Maske erweist. Als Silvias Vater ein Treffen mit Dorante arrang­iert, mit dem sie verheiratet werden soll, ersinnt sie eine List: Um das innere Wesen ihres Zukün­fti­gen in aller Ruhe prüfen zu können, tauscht sie mit ihrer Zofe Lisette die Rollen. Dabei soll sich zeigen, ob es das Gefühl vermag, die Vernunft zu überwinden. Wird sich Dorante also trotz des gespiel­ten Standesun­ter­schieds in Silvia verlieben? Dorante jedoch hat densel­ben Einfall, er kommt in der Verklei­dung seines Dieners Arlequin, der sich wiederum der vermeintlichen Silvia als Monsieur Dorante vorstellt. Der falsche Dorante, der sich flegel­haft und borniert aufführt, fällt schnell in Ungnade bei Silvia, wohinge­gen ihr dessen Diener durchaus gefällt. Auch der echte Dorante hat sofort ein Auge für die aufgeweckte Zofe, wobei ihn die falsche Silvia völlig kalt lässt. Der falsche Dorante und die falsche Silvia hinge­gen verlieben sich auf Anhieb ineinan­der. Auf Befehl ihrer Herren müssen sie deshalb ein doppeltes Spiel spielen: Sie geben vor zu sein, was sie nicht sind, und Gefühle nicht zu haben, die sie haben. Wird die Liebe gesteuert durch Wesensver­wandtschaft oder ist sie ein Produkt des Zufalls? Gut siebzig Jahre vor Goethes Wahlver­wandtschaften geht Pierre Carlet de Marivaux in seinem erfol­gre­ich­sten Stück den verbor­ge­nen Geset­zmäßigkeiten der Leiden­schaften nach und verwan­delt dazu die Bühne in ein Labor mit chemis­cher Versuch­sanord­nung: Gehen zwei Elemente die Verbindung mit ihrem natür­lichen Partner auch dann ein wenn sie ihn nicht als solchen erkennen?